Klimaneutralität Unser Beitrag zum Green Deal
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Als wesentliches Thema für EVVA definiert GRI 305: Emissionen Sustainable Development Goals (SDG) der UNO, Nr. 7: Bezahlbare und saubere Energie; Nr. 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion; Nr. 13: Klimaschutz

Unser CO2-Footprint

Ab dem Berichtszeitraum 2021 hat EVVA „Emissionen“ als wesentliches Thema definiert (Näheres zu unserem Managementansatz finden Sie auf der Seite Energie & Emissionen Gesamtübersicht). Wir haben die Emissionen des Headquarters nach Scope 1, Scope 2 und Scope 3 analysieren lassen. Der folgende Check wurde von der externen Nachhaltigkeitsagentur denkstatt durchgeführt. Unsere Emissionen betreffen fast ausschließlich CO². Fluor-Gase (in Kältemittel für Klimaanlagen enthalten) sind unter Scope 1 im Punkt „Kältemittel“ mitberücksichtigt.

Grafik CO2-Emissionen in drei Scopes

Was bedeutet Scope 1 bis 3?
Darunter versteht man die direkten, indirekten und erweiterten Emissionen eines Unternehmens. Scope 1 und 2 können von einem Unternehmen meist selbst gesteuert werden, bei Scope 3 ist das weit herausfordernder.  

Scope 1: Direkte Emissionen im eigenen Unternehmen. Bei EVVA sind es 373 Tonnen in 2021. Davon Erdgas für die Heizung (203 t), Kältemittel für die Kühlung (in 2021 keine zusätzlichen Mengen benötigt) sowie Diesel (165 t) und Benzin (5 t) für den Fuhrpark.

Scope 2: Indirekte Emissionen. In diese Kategorie fällt der von EVVA eingekaufte Strombedarf für die Produktion, Büros etc. mit 472 Tonnen in 2021.

Scope 3: Erweitere Emissionen. Scope 3 beinhaltet alle Emissionen, die a) in der vorgelagerten Wertschöpfungskette entstehen (Upstream, also zum Unternehmen hin) und b) in der nachgelagerten Wertschöpfungskette entstehen (Downstream, also vom Unternehmen weg). Dieser Scope beinhaltet branchenübergreifend den größten Emissionsanteil, auch bei EVVA mit rund 95 % (15.009 Tonnen, genaue Auflistung siehe nachfolgende Grafik). Scope-3-Beispiele:

Upstream:

  • Eingekaufte Materialien – vor allem Messing, unserem wichtigsten Produktionsmaterial. Dies ist bei EVVA der mit Abstand größte Scope-3-Faktor
  • Energieverbrauch, die der Hersteller/Lieferant für die Zurverfügungstellung benötigt (Messing-Hersteller, Cloud-Service-Anbieter etc.)
  • Investitionen in die Infrastruktur wie Maschinen etc.
  • Transport der Materialien/Waren von den Lieferanten zu EVVA
  • Produzierter Abfall (bei Produktion, Entsorgung, Verpackung …)
  • Geschäftsreisen (Flugkilometer …)
  • Weg der Mitarbeiter/-innen zur Arbeitsstelle

Downstream:

  • Transport der Produkte von EVVA zu den Geschäftspartnern/Kunden
  • Emissionen, die bei der Nutzung der Produkte entstehen. Dieser Faktor fällt bei EVVA aber nicht ins Gewicht (siehe folgende Detail-Grafik), weil unsere mechanischen Zutrittssysteme beim Kunden keine Energie verbrauchen und auch unsere elektronischen Zutrittslösungen nur äußerst geringe Emissionen haben. EVVA forscht dennoch weiter an Verbesserungen beim Low-Power-Design (mehr dazu unter Innovation)  
  • Kreislauf und Lebensdauer der Produkte bzw. Komponenten; Produktrücknahme

 

Übersichtsgrafik der CO2-Emissionen EVVA

Detail-Grafik der CO2-Emissionen EVVA

Der Energiebedarf des EVVA Headquarters umgerechnet in CO²-Tonnen – als Übersicht und im Detail. Quelle für Umrechnung: CO²-Check 2021 von externer Nachhaltigkeitsberatung denkstatt. Datenbasis Emissionsfaktoren: österreichisches Umweltbundesamt 2021 und Ecoinvent Datenbank V3.9. Annahmen/Abschätzungen zu Transportentfernungen, Pendlerstrecken und Recyclingdaten.


Verbesserungen im EVVA-CO2-Footprint

Alle EVVA-Emissionen sind 2021 gegenüber 2020 stark zurückgegangen! Die Gründe dafür sind:

Scope 1: Rückgang von 458 Tonnen CO2 2020 auf 373 Tonnen 2021
> Unser Gasverbrauch für die Heizungen ist durch moderne Anlagen (mehr Luftwärmepumpen, weniger Gaskessel) und eine effizientere Heizsteuerung um 22 % gesunken.
> Die Kühlanlagen benötigten 2021 keine zusätzlichen Kältemittel.

Scope 2: Rückgang von 1.044 Tonnen CO2 2020 auf 472 Tonnen 2021
2021 konnten wir den Anteil der erneuerbaren Energien an unserem Strommix weiter erhöhen. Im nächsten Berichtszeitraum 2022 wird sich dieser Wert dank dem 100%igen Grünstromanteil seit 1.1.2022 Richtung Zero CO2 bewegen.

Scope 3: Rückgang von 21.493 Tonnen CO2 2020 auf 15.009 Tonnen 2021
Seit der letzten CO2-Analyse 2020 konnte EVVA 30 % beim Scope-3-Anteil einsparen. Hauptgrund dafür ist, dass die Hersteller von Messing weit mehr Mengen Schrott in die Produktion einfließen lassen – was unsere größte Scope-3-Quelle, nämlich „Eingekaufte Güter“, deutlich reduzierte. Die Messingstangen, die EVVA von diesen Herstellern für die Produktion von Schließzylindern und Schlüssel bezieht, beinhalten als weit mehr recyceltes Material als bisher. Dies war bereits 2020 der Fall, aber noch nicht im damaligen CO2-Check entsprechend berechnet. In der obigen Aktualisierung für den Zeitraum 2021 sind diese reduzierten Scope-3-Mengen bereits enthalten – sie sind von 18.428 Tonnen 2020 auf 12.310 Tonnen 2021 zurückgegangen.

 

Unser Weg zur Klimaneutralität – CO²-Einsparungsmaßnahmen:

Um den Green Deal und die Klimaneutralität der EU mit 2050 zu erreichen (bzw. in Österreich bereits bis 2040), sind in den kommenden Jahren weitreichende Einsparungsmaßnahmen umzusetzen. Da Scope 1 und 2 zumeist unter direkter Kontrolle eines Unternehmens stehen, sollte hier zuerst angesetzt werden. Gleichzeitig gilt es aber auch, Scope 3 mehr und mehr zu berücksichtigen und einen Lenkungseffekt zu erzielen – etwa mit regelmäßiger Information in der Lieferkette, neuen oder verbesserten Prozessen in Produktion und Produktnutzung oder einem Fokus auf Regionalität. Dass Scope 3 nicht außer Acht gelassen werden darf, betont schon sein größter Anteil an den Emissionen in praktisch allen Unternehmen. Der Informations- und Umsetzungsdruck in der gesamtwirtschaftlichen Lieferkette, also von und auf jedes einzelne Unternehmen, wird in den nächsten Jahren steigen. Das wird erhebliche Investitionen und Herausforderungen mit sich bringen, im Gegenzug sind innovative, umweltfreundlichere und effizientere Technologien zu erwarten, die sich durch bessere Wettbewerbsfähigkeit und positive Auswirkungen auf den Klimaschutz amortisieren werden.


Status quo und Ziele

Zu Scope 1:
Das im vorigen Berichtszeitraum definierte Ziel, unseren gesamten Energiebedarf um 10 % bis 2024 durch Energiesparmaßnahmen zu reduzieren, wird weiter umgesetzt. Unsere Maßnahmen, die Scope 1 betreffen, haben direkten Einfluss darauf:

  • Heizbedarf senken z.B. über die Einbindung von Druckluftkompressoren in den Heizungsrücklauf und die effizientere Heizungssteuerung oder die Betonkernaktivierung
     
  • CO2-Ausstoß beim Fuhrpark senken. EVVA forciert bei Neuanschaffungen den Umstieg auf e-Fahrzeuge, der CO2-Ausstoß ist ein Entscheidungskriterium. Zwar ist ein e-Fahrzeug noch nicht für alle Zwecke ideal, wie z.B. für den Außendienst auf Langstrecken, aber die Reichweiten werden immer besser. Da künftig mehr Stromer und immer weniger herkömmliche Autos produziert werden sollen, geht der Trend klar in Richtung Elektromobilität. Dadurch wird EVVA laufend den CO2-Ausstoß des Fuhrparks und den entsprechenden Scope-1-Anteil verringern
     

Zu Scope 2:
Mit 1.1.2022 bezieht EVVA seinen Strombedarf vom externen Energielieferanten zu 100 % aus erneuerbaren Quellen, vor allem aus Wasserkraft. Dazu kommt unsere Energiegewinnung aus Sonnenkraft über die hauseigene Photovoltaikanlage. EVVA wird nichtsdestotrotz weiterhin Maßnahmen forcieren, um Energie effizienter einzusetzen. Beispiele dafür sind unsere Ziele in der Gebäudeleittechnik oder Leckagenbeseitigung.


Zu Scope 3:
EVVA wird laufend weitere Einsparungsmöglichkeiten für Scope 1 bis 3 – quer durch die eigene Liefer- und Wertschöpfungskette – analysieren und für die Klimaneutralitäts-Ziele nutzen.
 

Unsere Ziele

Bis wann: 2030

Wie: Das Ziel bezieht sich vorerst auf das EVVA Headquarter mit der Hauptproduktionsstätte (75 % der Produktionswertschöpfung in der gesamten Unternehmensgruppe). Unser Ziel bis 2030 ist es also, erstens die gesamte Heizung und den Fuhrpark (Scope 1) CO2-neutral zu betrieben und zweitens den zugekauften Strom zu 100 % aus Grünstrom zu beziehen (Scope 2).

Das Scope-1-Ziel – also die derzeitigen 373 t neutralisieren – wollen wir mit diesen Maßnahmen erreichen:

  • Energieeffizientere Besteuerung der Beheizung sowie Einbindung der Druckluftkompressoren in den Heizungsrücklauf (siehe Text oben)
  • Vorhandene Abwärme von Maschen weit effektiver nutzen als bisher
  • Einsatz von Wärmepumpen anstatt Gaskesseln
  • Umstellung auf CO2-neutralen Fuhrpark (siehe Text oben)

Und das Scope-2-Ziel (derzeit 472 t) mit diesen Maßnahmen:

  • Umstieg auf 100 % eingekauften Grünstrom mit 1.1.2022
  • Weitere Strom-Einsparungsziele (siehe Text oben)  
     

Positive Auswirkungen: Damit hätte das EVVA Headquarter bereits 2030 das von der EU angepeilte Klimaneutralitätsziel für 2050 – und Österreichs für 2040 – in Scope 1 und 2 erreicht. Kompensationen, um dieses Ziel zu erreichen, sollen so weit wie möglich vermieden werden, wir wollen es vor allem aus eigener Kraft schaffen.

 

Bis wann: 2030

Wie: Das Ziel bezieht sich vorerst auf das EVVA Headquarter mit der Hauptproduktionsstätte (75 % der Produktionswertschöpfung in der gesamten Unternehmensgruppe) sowie auf das Basisjahr 2021. Die derzeitigen 15.009 Tonnen CO2 in Scope 3 sollen bis 2030 um 35 % reduziert werden. Und zwar mithilfe

  • weiterer Schrottrückführungen in den Herstellungskreislauf für Messing und anderer Metalle. Das wird den größten Scope-3-Anteil von EVVA, nämlich „Eingekaufte Güter“, weiter reduzieren
  • von uns beauftragten Dienstleistern, die dezidiert auf erneuerbare Energie setzen, wie z.B. Cloud-Service-Anbietern oder Herstellern von eingekauften Investitionsgütern
  • des gemeinsamen Engagements in der gesamten Lieferkette, um den Green Deal der EU zusammen zu erreichen


Positive Auswirkungen: Auch in Scope 3 wäre mit diesem Teilziel ein wichtiger Schritt Richtung Klimaneutralität erreicht. Dieser Scope liegt zwar nicht im direkten Einflussbereich, macht aber für die meisten Unternehmen den größten CO2-Anteil aus. Wenn alle Unternehmen ihre Auswirkungen in Scope 1 und 2 eigenverantwortlich und bestmöglich reduzieren, wird sich dies automatisch auch auf Scope 3 eines jeden Unternehmens vorteilhaft auswirken. Und somit auf das große internationale Ziel: eine klimaneutrale EU bis spätestens 2050.

 

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