Digitalisierung EVVA 4.0 = Nachhaltigkeit auf allen Ebenen
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Als wesentliches Thema für EVVA definiert GRI: kein Äquivalent Sustainable Development Goals (SDG) der UNO, Nr. 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum; Nr. 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
Managementansatz – unser Warum:

Fotos eines RoboterarmsDas Zeitalter der digital vernetzten Gesellschaft hat längst begonnen – von der Produktion (Stichwort „Industrie 4.0“) über IT- und Verwaltungsprozesse bis zu Kundenanwendungen. EVVA hat in seiner Geschichte immer auf modernste Technologien gesetzt – und ist dank der hohen Nachfrage zugleich ein verlässlicher Arbeitgeber für immer mehr Mitarbeiter/-innen geworden. Die EVVA-Geschäftsführung hat die Digitalisierungsstrategie in ihren Top Goals aufgenommen, in den nächsten Jahren werden zahlreiche Prozesse automatisiert und neue Digitalisierungsprojekte umgesetzt. Die Auswirkungen der Digitalisierung allgemein und der EVVA-Projekte im Speziellen sind beträchtlich, weshalb es als ein wesentliches Nachhaltigkeitsthema im Stakeholderdialog bestimmt wurde.
 

Ökonomische Auswirkungen

In Produktionsunternehmen wird sich die Digitalisierung durchgehend etablieren. Die Digitalisierungskette läuft vom einlangenden Kundenauftrag (über ein Bestellportal mit definierten Produktcodes) über automatisierte Fertigungsprozesse bis hin zum Versand des Produktes. Die wirtschaftlichen Vorteile sind beispielweise

  • höhere Produktivität, weil Stückzahlen in kürzerer Zeit hergestellt werden können. So hat sich die Produktivität von EVVA seit 2015 um 4 bis 5 % pro Jahr erhöht;
     
  • effizientere Abläufe, durch z.B. automatische Fehlererkennung. Der Ausschuss (etwa in der Schlüsselproduktion) wird sich dadurch in den kommenden Jahren weiter reduzieren;
     
  • besserer Informationsfluss zwischen den IT-Systemen und Fertigungsmaschinen. Die Voraussetzung für einen optimalen Datenaustausch sind einheitliche IT-Infrastrukturen und kompatible Schnittstellen;
     
  • Unsere Vertriebspartner profitieren von schnelleren Produktions- und Lieferzeiten, geringerem Fehlerpotenzial durch automatisierte Fertigungsschritte oder der Umsetzung auch von sehr kleinen Losgrößen für individuellste Aufträge


Soziale Auswirkungen

Die Befürchtung, dass die fortschreitende Digitalisierung die menschliche Arbeitskraft ersetzen wird, teilt EVVA nicht. „Grundsätzlich entstehen nach jeder industriellen Revolution mehr Arbeitsplätze. Es wird eher problematisch, wenn nicht automatisiert und digitalisiert wird, denn dann steht die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel“, so EVVA-CEO Stefan Ehrlich-Adám.

EVVA-Eigentümerin Nicole Ehrlich-Adám ergänzt: „Die Digitalisierung nimmt uns immer wiederkehrende, mühsame Abläufe ab. Was den Menschen aber so besonders macht und keine Maschine, kein Algorithmus übernehmen kann, sind unser Genius, unsere überraschenden und kreativen Elemente. Daher finde ich die Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen prinzipiell sehr spannend und positiv. Die Digitalisierung verringert monotone Tätigkeiten, und das ist gut. Die Arbeit für den Menschen wird eine qualifiziertere, abwechslungsreichere und auch eigenverantwortlichere.“ Mehr dazu in Warum Nachhaltigkeit > Strategie.


Ökologische Auswirkungen

Unsere 4.0-Maschinen und -Anwendungen haben den großen Vorteil, dass sie

Foto einer Clean-Production-Maschine
Clean-Production-Schlüsselfräsmaschine

  • Clean-Production-ready sind, also keine Ressourcen wie Öl und Wasser benötigen. Sie können zum Teil mehrere herkömmliche Maschinen ersetzen und damit viele Tonnen Öl und Wasser pro Jahr einsparen. Mehr dazu unter Clean Production
     
  • das papierlose Arbeiten forcieren. EVVA konnte seit 2015 9 Tonnen Papier einsparen, zu einem großen Teil durch Digitalisierung. Mehr dazu unter Abfall

     
  • Aber: Digitale Anlagen benötigen dafür mehr Strom als herkömmliche Maschinen. Sie müssen weit mehr Aufgaben bewältigen und die steigende Nachfrage nach komplexeren Sicherheitssystemen abdecken. EVVA setzt als Ausgleich umfangreiche Energiesparmaßnahmen. Näheres dazu unter Energie & Emissionen Gesamtübersicht

 

Auswahl an EVVA-Digitalisierungsprojekten seit 2015:

  • Modernste IT-Infrastruktur. 2019 startete das digitale Hauptprojekt von EVVA, nämlich die IT-Landschaft bestens auf das Digitalisierungspotenzial abzustimmen. EVVA führt derzeit ein neues Standardsystem ein, das die Datenverknüpfung – und damit die Planung und Organisation im Unternehmen – optimiert.
    Unsere IT war auch sehr gut auf die Covid-19-Krise vorbereitet. Die technischen Voraussetzungen fürs Teleworking wurden praktisch über Nacht technisch reibungslos zur Verfügung gestellt. Dieser Digitalisierungsvorteil ermöglichte ein noch unabhängigeres Arbeiten
     
  • Bestellportal. Das einheitliche digitale EVVA-Bestellsystem EOS für Handelspartner ist im Berichtszeitraum konzipiert und getestet worden. Es ist bereits an einigen EVVA-Standorten im Einsatz. Sein Vorteil: Ein klarer, eindeutiger Bestellvorgang (durch vordefinierte Produktcodes), der Eingabefehler praktisch ausschließt und die Auftragsqualität von EVVA immens erhöht. Unstrukturierte und unvollständige Bestellungen sind damit kein Problem mehr  
  • Illustration eines FadensAusrechnung Neu. Die traditionelle Ausrechnung von Schließanlagenberechtigungen ist sehr aufwändig. Das „Ariadne“ genannte Projekt von EVVA hat die Aufgabe, sie zu automatisieren und einen roten Faden durch den Prozess zu ziehen. Der Weg zum Ziel wird damit kürzer und einfacher – wie für Theseus, der dank Ariadnes Faden aus dem Labyrinth des Minotaurus entkam. Ariadne nutzt KI-Algorithmen. Die Künstliche Intelligenz wird angelernt und das Programm lernt selbständig dazu  

  • Fertigung. Ein im Berichtszeitraum von der Wirtschaftsagentur Wien prämiertes EVVA-Projekt ist das „Montagesystem der Zukunft“: Die Zylinderkern-Füllmaschine im Headquarter entnimmt je nach Auftrag die richtigen der über 160 unterschiedlichen Sperrstifte und befüllt damit den Zylinderkern vollautomatisch. Dieser 100%ig kontrollierte Vorgang garantiert höchste Qualität und Fehlervermeidung. Je komplexer die Schließanlage, je vielfältiger die Zutrittshierarchien, desto stärker spielt sie ihre Vorteile aus. Den Kern mit den Stiften zu befüllen, ist eine anstrengende und zeitintensive manuelle Tätigkeit, die die Maschine abnehmen kann. Die Mitarbeiter/-innen der Montage kontrollieren am Monitor die Maschine und den Produktionsstatus. Auf modern und ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen komplettieren sie anschließend den Zylinderkern mit dem Zylindergehäuse.

    Foto eines EVVA-Montageplatzes
    EVVA-Montageplatz mit digitalen Assistenzprogrammen
    Ein anderes Beispiel ist eine neue Schlüsselfräsmaschine für die neuen mechanischen Systeme, die Schlüssel in nur einem Arbeitsgang fertigstellen kann – vom geprägten Stanzling über Profil und Stiftbohrungen bis zur Schlüsselspitze und Beschriftung. Die Maschine benötigt hochqualifiziertes und bestens eingeschultes Fachpersonal
     
  • Digitale Montagelinien. Alle Aufträge für unsere elektronischen Zylinder werden bereits digital ohne Auftragsbelege erfasst und auf die Werkstückträger programmiert. Das Montage-Team kann am Monitor sofort alle Auftragsinformationen wie bestellte Funktionen und Ausführungen abrufen
     
  • Produktions-App. EVVA setzt diese Power-App für die elektronische Fertigungssteuerung ein. Sie reiht Aufträge nach Priorität – und zwar in Echtzeit und interaktiv. Die Produktionsmitarbeiter/-innen können Arbeitsschritte und etwaige Probleme, z.B. fehlende Teile, sofort und einfach über die App rückmelden
     
  • Robotik. Kollaborierende Roboter (Cobots) übernehmen monotone Arbeitsschritte, wie z.B. in der EVVA-Produktion Dreh- und Fräsarbeiten oder in unserer Forschung & Entwicklung die Produkttests. Die Testautomatisierungen reduzieren 4 Wochen manuelle Testarbeit auf 40 Stunden – und senken damit gleichzeitig das Fehlerpotenzial sowie die Release-Zeiten für neue Produkte bzw. Produktfunktionen
     
  • Foto eines Mitarbeiters beim 3-D-DruckerAdditive Fertigung. In den letzten Jahren konnte EVVA viel Know-how mit 3-D-Druck-Verfahren aufbauen. Mittlerweile setzen wir die additive Fertigung in der Produktentwicklung für Musterteile ein – und auch für Maschinenbauteile, die früher mühsam mit CNC-Maschinen hergestellt werden mussten. 3-D-Modelle, die zunehmend die klassischen Zeichnungen ersetzen, werden über die CAD/CAM-Software direkt in die Fertigungsanlagen eingespielt (CAD/CAM = Computer-aided design bzw. manufacturing). Diese 3-D-Modelle legen exakt fest, wie ein Produktteil bearbeitet werden muss
     
  • Wearables. Handschuhe mit integriertem Scanner werden bei EVVA in der Galvanik und der Lagerlogistik eingesetzt. Sie ersetzen die bisherigen Handscanner und haben sich durch ihr zeitsparendes und einfacheres Handling bewährt
     
  • Versandprozess. Mitarbeiter/-innen können die Belege für den Versand, die früher noch manuell weitergereicht wurden, nun sofort digital beim Auftragsmanagement anfordern
     
  • Umstellung von Papier auf digitale Dokumente. Ausgangsrechnungen, Bestellungen, Auftragsbestätigungen etc. werden zunehmend digital über pdfs abgewickelt. Das EVVA-Headquarter verschickt derzeit täglich ca. 700 Rechnungen/Gutschriften, rund 40 % davon digital. Das verringert Papierbedarf sowie Portokosten und die Rechnung ist noch am gleichen Tag beim Empfänger. Aufs Jahr gerechnet ergeben sich damit ca. 70.000 weniger Papierbelege (248 Arbeitstage x 280 digitale Belege) und rund 50.000 Euro Kostenersparnis [70.000 x (0,74 € Mindestporto + 0,03 € Kuvert & Papier)]

    Eingangsrechnungen: 2021 wird EVVA den Rechnungseingangsprozess im Headquarter automatisieren. 15.000 Eingangsrechnungen langen dann papierlos ein. Über das bereits bestehende Partnerportal stellen wir unseren Handelspartner die Rechnungen digital zur Verfügung
     
  • Budgetierungsprozess. EVVA hat die Umsatzplanung in Deutschland und Österreich bereits digitalisiert, ab 2021 auch an den anderen Standorten
     
  • Hochsichere Verschlüsselungsverfahren. Die Verschlüsselung unserer elektronischen EVVA-Zutrittssysteme, die auch mit dem Smartphone bedienbar sind, gehört zu den sichersten der Welt (mehr dazu unter Datenschutz). Mit den KeyCredits kann der Nutzer binnen Sekunden digitale Zutrittsberechtigungen vergeben oder ändern
     
  • Aktuelle Forschungs-Kooperationen und Tests von EVVA rund um Digitalisierung und Industrie 4.0 lesen Sie unter Kooperationen und Partnerschaften
Unsere Ziele

Bis wann: 2023

Wie: EVVA führt ein neues Standard-ERP-System ein (ERP = Enterprise-Resource-Planning), das Prozesse wie Angebotslegungen, Materialbedarf, Bestellungen etc. digital optimal verwaltet und verknüpft. Die Umsetzung erfolgt seit 2019 kontinuierlich in Etappen bis 2023.

Positive Auswirkungen: zukunftssichere IT-Landschaft; Cloud-Services lassen sich ideal nutzen (bei EVVA bereits u.a. für E-Mails, Verwaltung von Schulungen, bestimmte IT-Programme); transparente und einheitliche Datenbasis; verbesserter Informationsfluss; Standards und einfache Prozesse, um Komplexität zu reduzieren; Redundanzen und mitunter doppelter Erfassungsaufwand gehören der Vergangenheit an.

Bis wann: 2022

Wie: Der EVVA-Konzernbereich Digital Services vereinheitlicht die IT-Infrastruktur an allen internationalen EVVA-Standorten. Die meisten sind bereits umgestellt, bis 2022 folgen die letzten 4 Standorte.

Positive Auswirkungen: Eine einheitliche Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung, um Digitalisierungsschritte gruppenweit umsetzen zu können. Lokale IT-Lösungen, die extra gewartet werden müssen, sind damit Geschichte.

Bis wann: 2021

Wie: Das digitale Bestellportal, mit dem unsere Handelspartner jederzeit EVVA-Produkte ordern können, ist seit 2020 in der Schweiz, in Deutschland und Österreich im Einsatz. 2021 wird es in den Niederlanden und in Belgien ausgerollt.

Positive Auswirkungen: Knapp 170.000 Bestellungen nimmt das Auftragsmanagement pro Jahr im Headquarter entgegen. Ca. die Hälfte davon langt jedoch unstrukturiert ein, z.B. nicht leserlich geschrieben und damit nicht elektronisch verarbeitbar. Insgesamt 18 % der Bestellungen sind nicht vollständig – auf Jahr gerechnet muss EVVA bei rund 32.000 Aufträgen rückfragen. Das digitale Bestellportal (bei dem keine Berechtigungsausrechnungen notwendig sind) und ein weiteres EVVA-Service (der Access Designer, der die Ausrechnung umfassender Schließpläne abdeckt) stellen nun exakt definierte Bestellvorgänge sicher. Damit erübrigen sich für EVVA die bisher notwendigen aufwändigen Kontrollen und Rückfragen!

Bis wann: 2024

Wie: Kennzahlen wie Takt- oder Ausfallszeiten stehen derzeit meist nur pro Maschine zur Verfügung. Unser Ziel ist es, die vorhandenen Daten über eine Produktionssoftware zu verknüpfen und unseren Maschinenpark immer stärker zu vernetzen.

Positive Auswirkungen: Die Datenmengen können ganzheitlich mit KI-Technologien analysiert werden. Machine Learning, neuronale Netze, vorausschauende Instandhaltung (Predictive Maintenance) etc. führen zu maximaler Qualität und Fehlervermeidung.

Bis wann: 2024

Wie: Darunter versteht man digitale Assistenten für die Montage, sie zeigen die richtigen Montageschritte und Zusammensetzungen an Monitoren an. EVVA setzt Werkerassistenz-Systeme bereits bei den elektronischen Zutrittssystemen und bei der Galvanisierung ein. Die Einzelarbeitsplätze sind auf die Produktionslinien abgestimmt. Ziel ist es nun, die Werkerassistenz auch im Verpackungsprozess und in der Produktion unserer mechanischen Systeme vermehrt einzusetzen.

Positive Auswirkungen: Werkerassistenz-Systeme unterstützen die Montage-Mitarbeiter/-innen und sollen Fehler im Verpackungs- und Montageprozess um 50 % verringern.

Bis wann: 2024

Wie: Mehrere 3-D-Drucker sind bei EVVA in der Automatisationstechnik sowie in der Forschung & Entwicklung im Einsatz, z.B. für die Erstellung von Prototypen oder für Maschinenbauteile wie Abdeckungen und Trägersysteme. Die interne EVVA-Projektgruppe „Additive Fertigung“ prüft gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut weitere künftige 3-D-Druck-Anwendungen. Wir testen dafür verschiedene Verfahren und Materialien wie Kunststoffe und Metalle.

Positive Auswirkungen: Die additive Fertigung bietet derzeit vor allem bei geringen Stückzahlen und individuellen Produktwünschen einige Vorteile und kann dadurch die Serienproduktion entlasten. Wir sind der Ansicht, dass die additive Fertigung einen immer größeren Impact auf Produktionsmethoden haben wird. Unsere Tests mit verschiedenen Technologien – wie etwas FDM (Fused Deposition Modeling) für große stabile Komponenten oder DLP (Digital Light Processing) für kleinste, komplexe Teile – bringen uns wertvolle Erfahrung und halten uns am Puls dieser Technologie. Wie lässt sich die additive Fertigung prozesssicher und wirtschaftlich automatisieren, z.B. für Zylindergehäuse aus Metall? Was ist zwar heute noch nicht umsetzbar, hat aber großes Zukunftspotenzial für unser Unternehmen? Das wollen wir mit diesem Ziel herausfinden!

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