Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz Gefahren identifizieren und vorbeugen
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GRI 403: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Sustainable Development Goals (SDG) der UNO, Nr. 3: Gesundheit und Wohlergehen; Nr. 8: Menschenwürdige Arbeit & Wirtschaftswachstum

In einem Produktionsbetrieb mit zahlreichen Maschinen und Werkzeugen hat die Arbeitssicherheit für Beschäftige höchste Priorität. Die folgenden Richtlinien umfassen grundsätzlich sämtliche Mitarbeiter/-innen – die Vorkehrungen sind für Beschäftige in der Produktion aber umfassender, weil das Gefahrenpotenzial hier größer ist.


Richtlinien und Prävention

EVVA erfüllt selbstverständlich alle Arbeitsschutzgesetze und die dafür vorgeschriebenen Schulungen (z.B. für die Bedienung von Maschinen). Das Unternehmen geht aber noch viele Schritte weiter, um Gefahrenquellen besser identifizieren und vorbeugende Maßnahmen ableiten zu können.

  • Foto von EVVA-Brandschutzbeauftragten
    EVVA-Brandschutzbeauftragte üben für einen Ernstfall
    Im Headquarter sind folgende Beauftragte für den Arbeitsschutz und die Risikoanalyse mitverantwortlich bzw. im Notfall sofort einsatzbereit:
    - 2 Sicherheitsfachkräfte
    - 4 Sicherheitsvertrauenspersonen
    - 1 Betriebsärztin
    - 19 Brandschutzbeauftragte
    - 36 Ersthelfer für die Erste Hilfe
    - 3 Aufzugswarte
    - 2 Giftbeauftragte
    - 2 Beauftragte für Umwelt/Entsorgung/Arbeitsstoffe
    - 1 Gefahrengutbeauftragter
  • Einmal jährlich tauscht sich EVVA im ASA (Arbeitsschutz-Ausschuss) über die aktuellen Themen und Gesetze aus und wie diese optimal im Unternehmen umgesetzt werden können. Teilnehmer sind Sicherheitsfachkräfte, Arbeitsmediziner, Brandschutzbeauftragte, Betriebsrat und Geschäftsführung
     
  • Die EPOS-Initiative („EVVAs produktionsoptimiertes System“) im Headquarter bündelt seit 2018 alle Optimierungsprojekte in der Produktion – darunter auch für Arbeitssicherheit, Arbeitsplatzsauberkeit und Umweltschutz. 2-mal jährlich beantworten die Produktionsbeschäftigen 35 Fragen über ein mehrstufiges Bewertungsschema, wie z.B. den Zustand der Arbeitsmittel. Daraus leitet EVVA weitere Optimierungen ab und setzt sie um. Mitarbeiter/-innen können aber unabhängig von den EPOS-Runden jederzeit selbst Gefahrenquellen aufzeigen und melden: an ihre Führungskraft, an die Sicherheitsfachkräfte, über die ASA, an den Betriebsrat oder direkt an die Geschäftsführung
     
  • Bei jeder Mitarbeiterbefragung (zuletzt Anfang 2020) erhebt EVVA die gesetzlich vorgeschriebene „Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz“
     
  • Der Bereich „Qualitäts- und Prozessmanagement“ koordiniert die laufende Risikoanalyse und -bewertung für das gesamte Unternehmen. Sie umfasst auch die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz für Beschäftigte und Kunden
     
  • Die Sicherheitsfachkräfte führen intern alle Schulungen zur Arbeitssicherheit durch und sind erste Ansprechpartner, falls hier Probleme oder Vorfälle auftauchen
     
  • Zusätzlich sind im Intranet, beim Betriebsrat und an neuralgischen Stellen im Gebäude alle Informationen und Verhaltensregeln zur Arbeitssicherheit jederzeit einsehbar. Wie z.B. die Checkliste bei Notfällen, Notfallnummern, Verhalten im Brandfall, Umgang mit Gefahrenstoffen und Mitarbeiterunterweisungen etwa für Staplerfahrer
     
  • Mehr über die betrieblichen EVVA-Leistungen für Mitarbeiter/-innen rund um die Gesundheitsförderung (wie gesundes Mittagessen, Angebote der Betriebsärztin, Arztvorträge oder Laufveranstaltungen) erfahren Sie unter Mitarbeiterzufriedenheit


Maßnahmen und Herausforderungen

Schwere Arbeitsunfälle sind bei EVVA sehr selten, vorwiegend handelt es sich bei den Unfällen in der folgenden Statistik um Schnittverletzungen.

Arbeitsunfälle

Tabelle Arbeitsunfälle


2018/2019 hat es einen schweren sowie einen leichten Unfall in der Galvanikabteilung des Headquarters gegeben, bei denen chemische Prozesse für die Oberflächenbehandlung nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Das löste im unmittelbaren Umfeld Reizhusten aus. Der Galvanik-Bereich wurde sofort isoliert und belüftet. Die Rettungskette funktionierte einwandfrei, 8 Personen wurde medizinisch untersucht oder behandelt. Ein Mitarbeiter war stärker betroffen und länger im Krankenstand. Die umfassenden Analysen haben ergeben, dass der Vorfall durch menschliches Fehlbedienen verursacht wurde.

Die Prozesse in unserer Galvanik unterliegen strengen Sicherheitsvorgaben und werden regelmäßig überprüft. Sie wurden nach den Vorfällen trotzdem nochmals analysiert. Denn wenn auch alle diesbezüglichen Gesetze eingehalten wurden, können zusätzliche Maßnahmen solche Unfälle noch unwahrscheinlicher machen. EVVA stellt seit 2020 mehrere Galvanikprozesse um (beispielsweise von Feststoff auf Flüssigstoff, um die Zuführung der Stoffe zu automatisieren). Notwendige manuelle Abläufe werden über eine digitale Werkerassistenz begleitet, d.h. jeder Schritt – wie Anlegen der Schutzausrüstung, Abwiegen der Chemikalien etc. – wird angezeigt und muss bestätigt werden. Alle Galvanik-Mitarbeiter wurden in weiteren Sicherheitsschulungen mit den Sicherheitsbedingungen vertraut gemacht und unterwiesen.


Im Berichtszeitraum hat EVVA folgende Maßnahmen umgesetzt, um die Arbeitssicherheit weiter zu erhöhen:

  • Ergonomisch gestaltete Arbeitsinseln in der Montage (z.B. alle Arbeitsmittel in der optimalen Griffweite, höhenverstellbare Tische und Sessel, ergonomisch gestaltete Schrauber etc.)
     
  • Einführung eines digitalen Ergonomie-Baukastens. Dieses Tool erhebt und dokumentiert Belastungen im Arbeitsbereich – und leitet Verbesserungsvorschläge für die Arbeitsplatzgestaltung ab. Es wurde von EVVA gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut entwickelt
     
  • Neue Schutzausrüstung, z.B. Spezial-Handschuhe, die Schnittverletzungen vorbeugen helfen und neue Schuhe mit antistatischer Sohle in der Elektronikproduktion. Sie schützen die Mitarbeiter/-innen und die elektronischen Bauteile vor elektrostatischer Aufladung. Gleichzeitig wurde in diesem Bereich eine neue Zutrittskontrolle installiert, um Begehungen ohne diese Schuhe zu verhindern
     
  • An einzelnen Arbeitsplätzen in der Wiener Produktion wurden Unebenheiten im Boden festgestellt, die beseitigt wurden. Diese Arbeitsplätze werden in ein neues Gebäude, das spätestens Ende 2021 einzugsbereit ist, übersiedelt. Die bestehenden Montagehallen, in denen sich diese Unebenheiten befinden, werden dann komplett saniert und neu gestaltet  

Foto eines Bodenrollers

  • Einfacher bedienbare Bodenroller (Foto) ersetzten in der Lagerlogistik die bisher genutzten Transportrodeln. Bei den vielen täglichen Fahrten ein langfristig großer ergonomischer Vorteil 
     
  • 4 Defibrillatoren an verschiedenen Stellen im Headquarter, die in Notfällen auch von Laienhelfern sofort und sehr einfach eingesetzt werden können
     

  

  • Bei EVVA Deutschland können Beschäftigte nach einer längeren Krankheit das gesetzliche „Betriebliche Eingliederungsmanagement“ (BEM) in Anspruch nehmen. Ziel des BEM ist die Gesunderhaltung der Beschäftigten. Mit diesem Angebot möchte EVVA Mitarbeiter/-innen beim Genesungsprozess sowie bei der Rückkehr in den Arbeitsalltag unterstützen. EVVA arbeitet hier mit dem TÜV Rheinland zusammen, der neutrale und kompetente Fachkräfte zur Seite stellt und u.a. bei gesundheitlichen und sozialversicherungsrechtlichen Belangen berät. BEM ist ein freiwilliges Angebot an die Mitarbeiter/-innen  
     
  • In der Corona-Krise seit Ende 2019/Anfang 2020 setzt EVVA intensive Präventionsmaßnahmen, um die Gesundheit aller Beschäftigten zu schützen und die Pandemie eindämmen zu helfen. Zum Corona-Schutzprogramm unseres Unternehmens gehören u.a. strenge Hygienemaßnahmen, Maskentragepflicht, Teleworking, interne wie externe Kommunikation von Verhaltensregeln, FAQ, Checkliste für Verdachtsfälle, Checkliste für externe Besucher, Fiebermessgeräte am Eingang, Covid-19-Teststraßen im Headquarter mit kostenlosen Antigen-Tests und – sobald möglich – auch Schutzimpfungen.

    Das Arbeitsinspektorat und Arbeitsmediziner, die das Headquarter geprüft haben, lobten die Corona-Maßnahmen von EVVA explizit als „Best Practice“.
Unsere Ziele

Bis wann: 2022

Wie: EVVA wird für alle Mitarbeiter/-innen einen eigenen Sicherheitstag im Headquarter durchführen – in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsinspektorat und den Behörden. Die große Bedeutung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz soll sehr praxisnah über verschiedene Mitmach-Stationen vermittelt werden, z.B. das richtige Bedienen eines Feuerlöschers, der korrekte Einsatz von Sicherheitsausrüstung, Gehörschutz richtig nutzen usw.

Positive Auswirkungen: Arbeitssicherheit noch bewusster machen und persönlich näherbringen – nicht nur wie bisher für Mitarbeiter/-innen mit einem höheren Bedarf an Schutzmaßnahmen, sondern für alle.

Bis wann: 2021

Wie: EVVA wird die bisherigen Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen für Mitarbeiter/-innen in ein erweitertes Gesundheitsmanagementsystem überleiten. Mit 4 Kernthemen: Gesundheitsförderung (Betriebssport, Stressbewältigung, Ernährung …); Arbeits-/Gesundheitsschutz (Prävention, gesundes und sicheres Arbeiten, arbeitsmedizinische Vorsorge, Arbeitsplatzbegehungen …), Betriebliches Eingliederungsmanagement BEM (um Beschäftigte mit längerem Krankenstand den Wiedereinstieg zu leichtern, Rückkehrgespräche …); Personalentwicklung (gesundes Führen, gesundheitsbezogene Fortbildung …).

Positive Auswirkungen: Unsere Initiativen rund um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz werden noch strukturierter gemanagt.

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